" Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt /
Und läßt andere kämpfen für seine Sache /
Der muß sich vorsehen; denn /
Wer den Kampf nicht geteilt hat /
Der wird teilen die Niederlage. /
Nicht einmal den Kampf vermeidet /
Wer den Kampf vermeiden will; denn /
Es wird kämpfen für die Sache des Feinds /
Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."

"Man muß so radikal sein wie die Wirklichkeit."
Bertolt Brecht




Mittwoch, 30. Juni 2010

Warum immer der Iran?

Es wird seitens der linken und friedensbewegten Leute heftig das Recht des Iran auf Nutzung der Kernenergie verteidigt und vor einer militärischen Auseinandersetzung zwischen dem Iran und anderen Staaten gewarnt. Seltsamerweise sind dass dieselben Leute, die die Nutzung der Kernenergie ansonsten vehement ablehnen und zur Kurdistanfrage oder auch zum Völkermord an den Armeniern schweigen. Kann mir jemand folgende Widersprüche auflösen?

1; Warum insbesondere der Iran?

Begründung: Es gibt zur Zeit Dutzende aktive Kriege und Konflikte mit zigtausend Toten im Jahr (insbesondere Kaschmir, Indien/Naxaliten, Schariakonflikt in Nigeria, Sudan etc.). Kaum jemanden interessiert es. So flammt z.zt. auch wieder der Kurdistankonflikt auf und die Türkei marschiert in den Nordirak ein und bombardiert dort kurdische Dörfer. Reaktion? Null.

2; Logische Inkonsistenz in Bezug auf Iran und Nuklearanreicherung

Begründung: Ich unterstelle mal den meisten Mitgliedern die grundsätzliche Ablehnung der Kernenergie sowohl in der friedlichen (AKW) und in der kriegerischen Form (Atomwaffen, abgereichertes Uran) wegen des hohen Risikos der Nutzung und der ungelösten Endlagerfrage, der Umweltschäden und der Behinderung der regenerativen Energien. Warum wird dann darauf gedrungen, dass der Iran ein "Recht auf Kernernergie" haben soll?
Sowohl Frankreich wie Tschechien oder die Skandinavier werden hart dafür angegriffen, dass sie ihre AKWs ausbauen wollen, der Iran hingegen soll unbedingt seine AKWs bekommen. Warum?
Wenn ich schon gegen die Nutzung der Kernenergie bin, muss es doch weltweit sein, oder?

3; Logische Inkonsistenz in Bezug auf die Aktivitäten gegen die Kernenergienutzung

Begründung: In Europa nutzt die Anti-AKW-Bewegung jedes legale Mittel (manchmal auch illegale), um die Wiederaufarbeitung und den Transport von Brennelementen zu verhindern. Das geht von juristischen Mitteln über Demos und Sitzblockaden bis hin zu Anketten an Gleisen und Fällen von Bäumen und Rausflexen von Gleisen. Mir ist der prinzipielle Unterschied zwischen der Sabotage von Gleisanlagen und einer Bombe auf ein in Bau befindliches AKW/WAA nicht klar. Für mich ist das lediglich ein gradueller Unterschied.


4; Logische Inkonsistenz in Bezug die zugrundeliegende Theorie der Werte

Begründung: Es wird argumentiert, "Ich bin zwar dagegen dass xy passiert, aber ich werde das Recht von Z auf xy verteidigen."
Oder: "Ich bin zwar für xy, aber ich werde das Recht von Z auf die Abwehr von xy verteidigen"


In meinen Augen völlig hirnrissig. Das ist keine Wertetheorie, dass ist reinster Nihilismus und Relativismus. Wenn ich gegen xy (z.B. Kernenergie) bin, muss ich es weltweit fordern. Wenn ich für xy bin (z.B. Säkularismus), muss ich es weltweit fordern.


Bin auf Antworten gespannt,
Frank

Montag, 28. Juni 2010

Die weiße Intifada - Boykott von Waren aus den besetzten Gebieten

Ramallah. Am Anfang platzten Melonen. Unter dem wohlwollenden Blick ihres Premiers Salam Fayyad ließen Palästinenser die ersten prallen grünen Kugel der Saison auf dem Pflaster zerbersten, weil sie aus dem Anbau israelischer Siedler im Westjordanland stammten. Demonstrativer Auftakt für eine Boykottaktion, die in den Autonomiegebieten inzwischen volle Fahrt aufgenommen hat. "Die Reaktionen sind exzellent", begeistert sich Kaytham Kayyali, Sprecher der Kampagne. Sie nennt sich "Karama", was auf arabisch Würde bedeutet, und zielt darauf ab, bei den Siedlern weder zu arbeiten noch ihre Produkte zu kaufen. Ihr Logo ist ein nach vorne gestreckter Zeigefinger, der an das Gewissen des Betrachters rühren soll. ->Weiterlesen

GRÜNE BEWEGUNG IN IRAN: Gegen den Israel-Hass

Der versuchte Bruch der Gaza-Blockade hat Irans grüne Bewegung gespalten. Zwei offene Briefe zeigen: Vor allem Jüngere wehren sich gegen ein einseitiges Urteil. VON SABA FARZAN

Samstag, 26. Juni 2010

Das Ende einer Partnerschaft

Das Eingangstor von Buchenwald: Hierhin wollen die Iraner offiziell nicht gehen.

BERLIN taz | Die Städtepartnerschaft zwischen der iranischen Stadt Schiraz und Weimar könnte zu Ende sein, bevor sie überhaupt begonnen hat. Der Grund: Am Mittwoch hatte eine Delegation iranischer KommunalpolitikerInnen einen Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald abgelehnt. Daraufhin sagte der Weimarer Stadtrat ein geplantes Treffen mit den iranischen Gästen ab.

Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) erklärte gegenüber der Thüringer Allgemeinen, dass er weiterhin an einer Städtefreundschaft mit Schiraz interessiert sei, die Pflege kultureller Beziehungen mit Weimar seien aber undenkbar „ohne die Einbeziehung Buchenwalds.“

--> Weiterlesen

„Religionsfreiheit ist vor allem ein Recht der Menschen“

Der Erlanger Professor Heiner Bielefeldt ist zum UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit berufen worden

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat den Erlanger Professor Heiner Bielefeldt zum UN-Sonder berichterstatter für Religionsfreiheit ernannt. Der „UN Special Rapporteur on Freedom of Religion or Belief“ ist die einzige Position, die die Vereinten Nationen eigens zu Fragen der Religi onsfreiheit eingerich tet haben. Mit Unterstützung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte soll der Amtsinhaber zur Weiterentwick lung der Religions freiheit beitragen. Dazu erstattet er regelmäßig Bericht gegenüber dem UN-Menschenrechtsrat.

Herr Professor Bielefeldt, seit Septem ber 2009 leiten sie den neuen interdisziplinären Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechts politik an der FAU. Ist die Berufung zum Sonderberichterstatter der UN so etwas wie ein Ritterschlag?

Prof. Heiner Bielefeldt: Naja, so kann man das schon ausdrücken. Aber man muss bedenken: Das eigentliche Turnier steht da ja noch bevor, nämlich die Beobachtung und Untersuchung von Ländern, in denen die Religionsfreiheit nicht gewährleistet oder gefährdet ist. Im Übrigen bin ich natürlich sehr erfreut über dieses Ehrenamt. Die dort gesammelten Erfahrungen werden sich inhaltlich auch auf das Profil des Lehrstuhls, auf die Lehre wie auf die Forschung, auswirken.

Wie sieht denn ihre Rolle konkret aus?
Bielefeldt: Konkret sieht das so aus, dass meine Beobachtungen, Untersuchungen und die so genannten Ländermissionen — also Untersuchungen in einem bestimmten Land — beim Men schenrechtsrat der Vereinten Nationen vorgetragen werden. Natürlich kann ich Erkenntnisse nicht alleine gewinnen, dazu bedarf es schon der Infrastruktur, die beim Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf angesiedelt ist. Meine Vorgängerin, die von mir hochgeschätzte pakistanische Rechtsanwältin Asma Jahangir, hinterlässt mir für meine Arbeit auch ihren Assistenten, einen fähigen Völkerrechtler mit viel Erfahrung.

Ist das Thema Religionsfreiheit nur eines für andere Länder und für Deutschland zweitrangig?
Bielefeldt: Das Thema ist sehr wohl auch für die deutsche und europäische Innenpolitik von wachsendem Interesse — man sehe sich bloß die ganzen Probleme bei der Integration an. Ein schönes Beispiel war auch der Mohammed-Karikaturenstreit um die dänischen Zeitungen. Da sieht man deutlich, dass Klärungs- und Definitionsbedarf vorhanden ist.

Was bedeutet eigentlich Religions freiheit? Wer schützt was wovor?
Bielefeldt: Man muss zuerst einmal mit einem weit verbreiteten Irrtum aufräumen: Die Religionsfreiheit zu schützen heißt nicht, die Religionen schützen zu wollen. Der Schutz der Religionsfreiheit ist vor allem ein Schutz der Freiheit von Menschen, ihre Religion ausüben zu können und kein Schutzanspruch der Religionen vor Skeptikern, Kritikern oder vor Satire. Insofern — und da knüpfe ich an die Arbeit meiner Vorgängerin an — liegen Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit in einer Sinnrichtung.

Interview: PETER MILLIAN

Quelle: Erlanger Nachrichten vom 23.Juni 2010

Sonntag, 20. Juni 2010

AHMET ALTAN: CEYLAN, DIREN, ERDOĞAN...

Fragen eines lesenden Arbeiters (?) an den türkischen Premier Erdogan

"Wenn Sie beginnen, die Vorfälle vor Gaza auf das Verhältnis zur Hamas oder zu Jerusalem zu beziehen, werden Sie zwangsläufig mit Fragen konfrontiert werden, auf die Sie keine logischen Antworten geben können."

By the Way:

"Sie werden in ihrem eigenen Blut ertrinken", warnte der türkische Regierungschef die Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei.War da nicht neulich was von Menschenrechten, Apartheidstaat, Friedensaktivisten, Staatsterrrorismus, Free XY. etc. ? *Husthust*

P.S. Mehr als 4000 Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren verbüßen derzeit in der Türkei aufgrund Anschuldigungen wegen "Terrorismus" (Demonstrationen) Haftstrafen in Gefängnissen für Erwachsene.

Preisrätsel:

Ist das Nethanjahu auf den Golanhöhen oder Kanzlerin Merkel in Kundus oder ein "Activist of Peace and human Aid" mit friedensbewegten Menschenfreunden und linken Parlamentariern in Kurdistan?



Erlanger Professor ist neuer UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit

Heiner Bielefeldt ist neuer UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit. Der Menschenrechtsexperte setzte sich gegen die Favoritin der belgischen Präsidentschaft durch. Die scheiterte wegen ihrer Kritik am Islam.

Freudig überrascht zeigte sich Heiner Bielefeldt, als er von der Benennung als Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit der Vereinten Nationen erfuhr. Der Menschenrechtsrat in Genf hatte sich am Freitag (18.06.2010) für den 52-jährigen Philosophieprofessor aus Deutschland entschieden. Die malaysische Juristin Ambiga Sreenevasan wurde aber von muslimischen Ländern wegen ihrer islamkritischen Haltung abgelehnt.

Bielefeldt, der seit September 2009 den neu eingerichteten interdisziplinären Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg inne hat, übernimmt das Amt ab August von der pakistanischen Juristin Asma Jahangir, die turnusgemäß ausscheidet.

Asma Jahangir habe ihm - symbolisch - "besonders große Schuhe" hinterlassen, so Bielefeldt. Im Streit um die Mohammed-Karikaturen zum Bespiel, habe sie "von unüberbietbarer Klarheit" den freiheitlichen Charakter der Religionsfreiheit begründet und beschrieben. Zudem habe sie die "innere Nähe zwischen Religions- und Meinungsfreiheit" deutlich herausgearbeitet.

Besondere Herausforderung Iran

Die Freiheit von Menschen in der Wahl ihrer Religion und Weltanschauung gehört zu den grundlegenden Menschenrechten. Weil dieses Freiheitsrecht jedoch überall in der Welt verletzt wird, gehört der Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit zu den aktuell knapp 40 Sondermandaten des UN-Menschenrechtsrates.

Bei der Einschränkung und Unterdrückung von Religionsfreiheit geschehen auch oft weitere Menschenrechtsverletzungen. "Vor allem in Regionen mit schwachen Staaten, wo Minderheiten bedroht und ausgegrenzt werden", sagt Bielefeldt. Besondere Herausforderungen mit dem Thema sieht der Wissenschaftler in Ländern wie Iran, in denen die Religion fester Bestandteil der staatlichen Ordnungs- und Identitätspolitik sei. Aber auch die in Europa vorhandenen Bestrebungen um eine christliche Leitpolitik seien im Hinblick auf das Menschenrecht auf Religionsfreiheit durchaus problematisch.

"Freiheit und den Anspruch des Einzelnen verteidigen"

Zu Fragen der Integration von Muslimen in Europa und zu Religionsfreiheit hat Bielefeldt, der neben Philosophie auch katholische Theologie und Geschichte studiert hat, zahlreiche Aufsätze und Bücher veröffentlicht. Nach seiner Wissenschaftslaufbahn, in der er auch an Universitäten Tübigen, Mannheim, Heidelberg und Bielefeld tätig war, wurde er 2003 zum Direktor des vom deutschen Bundestag neu gegründeten Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin ernannt. Als Leiter des Instituts hatte er sich unter anderem immer wieder mit der Islamkritik in Europa auseinandergesetzt und dabei auch vor Diffamierung und Ausgrenzung gewarnt. Ausdrücklich warb er dafür, dass Muslime die Integrationschancen nutzen sollten, die ihnen der säkulare Rechtsstaat des Grundgesetzes in Deutschland bietet.

Zu den Bestrebungen einiger Staaten im Menschenrechtsrat, die islamische Religion als kulturelle Identität darzustellen, neben der andere Religionen und Menschenrechte zurückzustehen haben, sagt Bielefeldt: "Es geht immer wieder darum, die Freiheit und den Anspruch des Einzelnen zu verteidigen." Quelle


Meine Meinung:


Das zeigt nur um so deutlicher, welche Akteure sich zusammenfinden, um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte weiter zu diskreditieren und (religiöse) Diktaturen zu verstetigen. Nach dem Ende der Blockkonfrontation übernahmen die Staaten der Organisation der islamischen Konferenz mit ihrer islamischen Gemeinschaftsideologie immer mehr die führende Rolle bei der Aushöhlung universell gültiger Menschenrechte.


Wahre Leuchttürme der Freiheit und Menschenrechte wie Iran, Lybien, Kuba, Saudi-Arabien, Sudan, China, Tunesien, Russland und Nigeria sollen als Mitglieder des Menschenrechtsrates "weltweit die Durchsetzung der Menschenrechte fördern, deren Verletzung vorbeugen und als Forum des Dialogs und der Kooperation dienen. Geleitet wird er von den Prinzipien Universalität, Unparteilichkeit, Objektivität und Nicht-Selektivität."

"Bock zum Gärtner machen" ist dort ein Euphemismus.

Verfolgung, Diskriminierung, Folter und Tötung von Nichtgläubigen oder Konvertiten ist bei den meisten islamischen Staaten an der Tagesordnung.Ich bin gespannt, ob der neue "Religionsbeauftragte" dieses Thema aufgreift und die Religionsfreiheit auch dahingehend durchsetzt, dass "Freiheit VON Religion" ebenfalls ein unantastbares Menschenrecht ist. Ich sehe da aber eher schwarz..... .

Mal schauen, ob er seine eigenen Worte ernst nimmt: "Es geht immer wieder darum, die Freiheit und den Anspruch des Einzelnen zu verteidigen."

Auf der anderen Seite muss man Prof. Bielefeldt als positiven Aspekt zugute halten, dass er zumindest in einem Interview zustimmungsfähige Positionen vertritt: "Aufklärung ist nicht abgeschlossen"

Samstag, 19. Juni 2010

5 vor 12 für Israel

„Es ist für Israel fünf Minuten vor Zwölf“, sagte Niebel. Israel sollte jetzt jede Chance nutzen, „um die Uhr noch anzuhalten“. -> Weiterlesen


Und Broder meint: Warum die Israelis seit einiger Zeit aus Erfahrung immer dümmer werden

Sozialismus und Zionismus sind nahe Verwandte, entstanden zur selben Zeit und von den gleichen Idealen geprägt: Freiheit, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung. Viele Zionisten waren auch Sozialisten. Die Sowjetunion hat die Gründung Israels unterstützt.

Der Kibbutz ist das einzige Modell eines wirtschaftlichen Kollektivs, das bis heute funktioniert, auch wenn es nicht, wie in den Anfangstagen, für eine gerechte Verteilung der Armut sondern des Überflusses sorgt.

Und während der Sozialismus überall Konkurs anmelden musste, hat der Zionismus unter schwierigsten Bedingungen mehr als nur überlebt. Das nimmt ihm die revolutionäre antiimperialistische Linke übel, wie ein Bankrotteur es einem Konkurrenten übel nimmt, dass er nicht Pleite gemacht hat. Deswegen soll auch der Zionismus scheitern.

Am runden Tisch der Verlierer ist noch ein Plätzchen frei. Auch Linke werden aus Erfahrung dümmer.

-> Weiterlesen

Freitag, 18. Juni 2010

"Zusammenstoß zwischen Staat und Religion"

Zehntausende strengreligiöse Juden protestieren gegen ein Urteil, wonach eine Schule für Kinder aschkenasischer Juden auch Kinder sephardischer Juden unterrichten soll. Einige Eltern müssen die Weigerung, ihre Kinder zur Schule zu schicken, mit Haft büßen. Paradoxerweise gehen Vertreter beider ultra-orthodoxer Gemeinschaften gemeinsam auf die Straße.

Aus Protest gegen ein Urteil des Obersten Gerichtshofs sind etwa 120.000 ultra-orthodoxe Juden in Israel auf die Straße gegangen. Es waren die größten religiösen Proteste seit mehr als zehn Jahren, die liberale Zeitung "Haaretz" bezeichnete sie als den bisher "dramatischsten Zusammenstoß zwischen Staat und Religion". Tausende Polizisten waren in erhöhter Alarmbereitschaft.

Hintergrund der Proteste war ein Entschluss des Obersten Gerichts, wonach eine Mädchenschule für aschkenasische Juden in der ultra-orthodoxen Siedlung Immanuel im Westjordanland auch Kinder sephardischer Juden aufnehmen muss. Aus Protest gegen die Entscheidung schickten mehrere Eltern ihre Kinder nicht mehr auf die Schule. Daraufhin verurteilte Israels höchstes Gericht die 86 Väter und Mütter wegen der Verletzung der allgemeinen Schulpflicht zu zwei Wochen Haft. Die Richter urteilten, die Trennung der Schüler sei rassistisch. Dagegen argumentieren die Eltern, die aus Europa stammenden aschkenasischen Juden und die aus arabischen Ländern stammenden sephardischen Juden verfolgten verschiedene religiöse Bräuche. Paradoxerweise gingen Vertreter beider ultra-orthodoxer Gemeinschaften gemeinsam auf die Straße. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich mindestens 100.000 Menschen an der Kundgebung in West-Jerusalem, 20.000 demonstrierten demnach in dem mehrheitlich ultra-orthodoxen Ort Bnei Brak bei Tel Aviv. Beide Gemeinschaften erkennen die Autorität des Obersten Gerichts nicht an. Auf Spruchbändern stand "Die Thora regiert", Redner bekräftigten immer wieder: "Die Thora steht über den bürgerlichen Gesetzen". 1999 hatte eine halbe Million ultra-religiöser Juden in Jerusalem gegen die "Diktatur" der Obersten Richter demonstriert.

Die verurteilten Eltern fanden sich unterdessen in der Justizvollzugsanstalt von Jerusalem ein. Von dort aus sollten sie auf die verschiedenen Gefängnisse im Land verteilt werden.

Die Kundgebungen fachten den schwelenden Konflikt zwischen laizistischen und ultra-orthodoxen Israelis weiter an. Die wichtigsten Zeitungen reagierten mit scharfen Kommentaren. Über die vom Fernsehen live übertragenen Proteste ging die Nachricht von einer Lockerung der Gaza-Blockade fast unter. Die laizistischen Israelis werfen den Ultra-Orthodoxen vor, das ganze Land ihren Regeln zu unterwerfen.Quelle: ntv

Ein sehr guter Artikel auch hier: Israels Liberale kämpfen gegen die fromme Front



Donnerstag, 17. Juni 2010

„Freiheit für Gaza von der Hamas“

„Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.“ Golda Meir

Sonntag, 13. Juni 2010. Es ist 14:30 Uhr. Ich stehe in einer Menge von Menschen vor dem Kölner Dom und jubele der Rednerin auf der Tribüne zu. Sie ruft: „Freiheit für Gaza!“ Ein tosender Applaus brandet in der Menge auf. Die Rednerin fährt fort: „Freiheit für Gaza von Krieg und Terrorismus!“ Wieder erklingt ein stürmischer Applaus auf dem Roncalliplatz. „Freiheit für Gaza von Gewalt gegen Homosexuelle und Andersgläubige!“ Der Applaus ebbt nicht ab und schwillt sogar noch an, als die Rednerin ihre Stimme erhebt und ruft: „Freiheit für Gaza von der Hamas!“

Es ist 14:30 Uhr und ich befinde mich zusammen mit mehr als 1000 Menschen (laut Polizeiangabe) vor dem Kölner Dom und demonstriere friedlich aber laut für die Freiheit Gazas, ganz unter dem Motto der Veranstaltung: Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität“.

Ich muss gestehen, mir sind die Tränen gekommen. Ich hätte nie gedacht, dass sich gut 1000 Menschen in Köln zusammen finden, um gegen die einseitige Verurteilung Israels zu demonstrieren. Aber noch viel weniger habe ich damit gerechnet, dass die Anwesenden trotz der weltweiten anti-israelischen und antisemitischen Hetzkampagne der letzten Tage an den Prinzipien Hoffnung und Vernunft festhalten und gemeinsam für den Frieden und die Freiheit Palästinas eintreten. -> Weiterlesen


Bilder der Demo hier -> Klick

Mittwoch, 16. Juni 2010

Danke!

für den 500sten Besucher in den 3 Monaten, seit das Blog besteht. Ich hätte nicht gedacht, dass
diese persönlichen Betrachtungen solches Interesse hervorrufen. Es wäre schön, wenn positive Rückmeldungen auch als Kommentar hinterlassen werden, nicht nur per Mail. Gemeckert wird schon genug.... . ;-))

Hier noch ein paar Leserbriefe aus den "Erlanger Nachrichten" zum Thema
"Israel muss sich wehren"

Samstag, 12. Juni 2010

Ausgrenzungs- und Diskriminierungstendenzen in der Türkei immer stärker.

Istanbul (www.kath.net/ KNA)
Jeder vierte Türke befürwortet laut einer wissenschaftlichen Studie Einschränkungen der Religionsfreiheit. In einem von der liberalen Zeitung „Radikal“ (Donnerstag) veröffentlichten Meinungsbild erklärten 27 Prozent der Befragten, man solle nicht von einer Religion zur anderen konvertieren dürfen. 37 Prozent sprachen sich gegen ein Recht aus, ohne jede Religionszugehörigkeit als Atheist leben zu dürfen.

In der Umfrage äußerten 72 Prozent der Teilnehmer die Meinung, Homosexuelle dürften ihre sexuelle Orientierung nicht öffentlich kundtun. Im Falle von Atheisten waren 59 Prozent der Meinung, sie müssten ihre Überzeugungen für sich behalten. Nicht-Muslime sollten sich nach Meinung von 28 Prozent der Befragten nicht öffentlich als solche zu erkennen geben.
(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

“strukturellen Parallelen” zwischen Islamophobie und dem Antisemitismus.

Eine bekannte ErlangerIn (Medienverantwortliche und Meinungsfreiheitsaktivistin) geht im Fahr(Ab)wasser eines Berliner Professors gerne mit o.a. Vergleichen hausieren.

"Man müsse doch vergleichen dürfen, heisst es jedesmal, vor allem in der Wissenschaft seien Vergleiche das A und O des Procedere, wie sonst soll man Ähnlichkeiten und Unterschiede erkennen können. Das ist ohne Zweifel richtig, auch wenn gerade Akademiker auf gewisse Vergleiche sehr empfindlich reagieren, z.B. auf den zwischen einem Kuhfladen und einer Pizza Margherita, obwohl die “strukturellen Parallelen” zwischen den beiden offensichtlich sind: beide haben etwa die selbe Größe, sind rund und schmecken, wenn sie zu lange in der Sonne lagen, nach Scheisse.

Kein Mensch, von weniger Ausnahmen wie David Irving, Horst Mahler und Osama Bin-Laden abgesehen, ist den ganzen Tag über Antisemit. Einige sind es nur gleich nach dem Aufwachen, andere kurz vor dem Einschlafen. Es gibt Menschen, die regen sich masslos über die “jüdische Lobby” auf, verpassen aber kein Konzert, das von Daniel Barenboim dirigiert wird. Antisemitismus ist, ebenso wie Alkoholismus, eine Frage der Dosierung, oder wie es die Amis sagen: If you can’t stand the Jews more than it is naturally. Und nicht jeder Deutsche, der den “Semit” liest, ist automatisch ein Antisemit, so wie nicht jeder Leser der National-Zeitung ein Nazi ist."

Sind Muslime die Juden von heute?

"Haben die Antisemiten in den 20er- und 30er-Jahren gerufen: "Juden raus nach Palästina!", so rufen die Antizionisten heute: "Zionisten raus aus Palästina!""


P.S. im Zuge der intellektuellen Auseinandersetzung mit der brillianten Kritik eines/er anonymen Kommentator_In (siehe die Kommentare unten) muss ich selbstkritisch anmerken, dass Broder als Bezugsquelle doch etwas einseitig ist. Wissenschaftlich möchte ich daher auf den Beitrag von Prof. Julius Schoeps mit dem Titel "Abwegige Parallelen" verweisen. -> Wenn Islamophobie und Antisemitismus in einem Topf landen

Gehirnburkaträger - Null Punkte für Lena

Wort des Tages: Gehirnburkaträger (via Jörg Marx aus npd-blog)
Gendergerecht natürlich Gehirnburkaträger_innen.

Der Orginalartikel bei Jörg Marx ->weiterlesen

Freitag, 11. Juni 2010

Urteil im Prozess wg. Verstoß gegen Versammlungsgesetz

Freispruch für Geschäftsführer der GL. Richterin sieht einige Kundgebungs-Beschränkungen als unwirksam an. -> Weiterlesen auf der Seite der GL

Mittwoch, 9. Juni 2010

Dienstag, 8. Juni 2010

Free Gaza und der neue Antisemitismus

“Vergast die Juden” ist nur die Schaumkrone eines Tsunamis von antisemitischen Hasskommentaren, die derzeit im Internet verbreitet werden. Nachdem isrealische Streitkräfte vor einer Woche das Schiff “Mavi Marmara” aufbrachten als es versuchte, die isrealische Seeblockade zu durchbrechen und dabei mindestens neun Menschen starben, kennt die öffentliche Meinung über Israel anscheinend keine Grenzen mehr. Was steckt dahinter? -> Weiterlesen auf wissenrockt.de

Sonntag, 6. Juni 2010

The Gaza-Flotilla Choir presents: We con the world

Ein Satirelied, basierend auf dem Lied: "We are the World"


OmU (deutsch):





Lyrics:

There comes a time
When we need to make a show
For the world, the Web and CNN
There's no people dying,
so the best that we can do
Is create the greatest bluff of all

We must go on pretending day by day
That in Gaza, there's crisis, hunger and plague
Coz the billion bucks in aid won't buy their basic needs
Like some cheese and missiles for the kids

We'll make the world
Abandon reason
We'll make them all believe that the Hamas
Is Momma Theresa
We are peaceful travelers
With guns and our own knives
The truth will never find its way to your TV

Ooooh, we'll stab them at heart
They are soldiers, no one cares
We are small, and we took some pictures with doves
As Allah showed us, for facts there's no demand
So we will always gain the upper hand

We'll make the world
Abandon reason
We'll make them all believe that the Hamas
Is Momma Theresa
We are peaceful travelers
we're waving our own knives
The truth will never find its way to your TV

If Islam and terror brighten up your mood
But you worry that it may not look so good
Well well well well don't you realize
You just gotta call yourself
An activist for peace and human aid

We'll make the world
Abandon reason
We'll make them all believe that the Hamas
Is Momma Theresa
We are peaceful travelers
We're waving our own knives
The truth will never find its way to your TV

We con the world
We con the people
We'll make them all believe the IDF is Jack the Ripper
We are peaceful travelers
We're waving our own knives
The truth will never find its way to your TV
We con the world (Bruce: we con the world...)
We con the people (Bruce: we con the people...)
We'll make them all believe the IDF is Jack the Ripper
We are peaceful travelers
We're waving our own knives
The truth will never find its way to your TV
The truth will never find its way to your TV


Samstag, 5. Juni 2010

Ein Staat für die Kurden: Das zweite Israel

Beim recherchieren habe ich einen Artikel von 2005 (sic!) gefunden:

Ein Staat für die Kurden: Das zweite Israel

Von Haydar Isik

Einige Millionen Kroaten, Slowenen, Mazedonier dürfen einen Staat gründen. Vor allem Deutschland und Resteuropa haben sich dafür eingesetzt, dass sie ihren Staat haben können. Deutschland hat die UCK gegen die Serben unterstützt und aufgerüstet. Heute genießen die Kosovaren ihre politische und kulturelle Autonomie. Die UNO stand Osttimor und noch vielen anderen Völkern bei, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Außerdem steht ganze Welt für einen palästinensischen Staat ein.
Aber wenn es um die Kurden geht, wollen die Türkei, Iran, Syrien, alle arabische Länder und auch Deutschland nicht, dass sie einen Staat gründen. Sie sollen unter dem Joch der diktatorischen Zentralstaaten bleiben. In der Türkei sagt man, wenn die Kurden einen Staat gründen, wird dies das zweite Israel im Nahen Osten werden. Alle Politiker der Türkei und natürlich ihre wahren Machthaber, die Generäle, Iran und Syrien äußern sich gegen einen Kurden-Staat, weil er ein zweites Israel werden könnte.
Warum wollen sie kein zweite Israel, obwohl doch Israel der einzige demokratische Staat in der Region ist? Warum verleugnen sie 40 Millionen Kurden und lassen sie unter dieser brutalen Unterdrückung jener Länder. Warum dürfen die Kurden nicht unter das Sonnenlicht der Menschheit kommen? Woher haben die Türkei, Iran, Syrien das Recht die Kurden rechtlos zu halten?
Die Türkei hat eine Doppelstrategie. Einmal schließt sie mit Israel eine strategische Partnerschaft gegen die Kurden, dann dreht sie sich um und sagt, ein freies Kurdistan wäre ein zweites Israel. Die Tatsache ist, dass die Türkei einen tiefen Hass gegen den jüdischen Staat hat und selbstverständlich auch gegen die Kurden.
Obwohl Juden und Kurden 3000 Jahre vor den Türken in dieser Region lebten und die ältesten Völker der Region sind, sieht die Türkei Israel als Fremdkörper an. Um den Kurdenführer Barzani in der Öffentlichkeit zu beschimpfen, bezeichnen sie ihn als "Judensohn". Außerdem wird Israel als ein Staat, der von den USA gegen den Islam aufgebracht wurde, betrachtet, da er die islamische Heilige Stätte, wie die Kudüs (Jerusalem) unrechtmäßig besetzt. Der türkische linke Prof. Yalcin Kücük hetzt die türkische Öffentlichkeit mit seinen Verschwörungstheorien auf, nämlich dass der zionistische Staat die Länder von Nil bis Euphrat erobern und ein Großreich gründen will. Die islamischen Fundamentalisten unterstützen diese Thesen und sehen die Juden als größte Feinde des Islams.
Die Gründung des Juden-Staates Israel wurde als Dolch im islamischen Herz gesehen. Nachdem die Imperialisten es geschafft haben, ein Israel zu gründen, dürfen die Kurden kein zweites werden. Wenn man alle diese Theorien betrachtet, sieht man ein Bild, das Kurden und Juden als Feind des Islams darstellt.
Diese Länder haben hauptsächlich vor einer Annäherung der Kurden und Juden Angst. Ein wahrer säkularer Kurden-Staat und Juden-Staat würde in der Region den islamischen Fundamentalismus zurückdrängen, die rassistische Haltung der Staaten ändern und die Region demokratisieren. Deshalb wollen sie nicht, dass beide Völker ihre historischen Beziehungen wahrnehmen.
Die Türken und Araber sehen die Kurden nicht als wahre Moslems, sondern als Jeziden (nicht Moslem) und Feueranbeter. Im Jahre 1665 gab der religiöse Führer des Osmanischen Reichs einen Fatva (Religiöse Befehl). Danach schreitet das osmanische Heer gegen das kurdische Fürstentum Bitlis. Die Terrorregime der Mullahs im Iran und Saddam haben ähnlich gehandelt. Das Saddam Regime hat im Jahre 1988 durch eine Fatwa seine Armee zur Eroberung nach Kurdistan geschickt hat, wo Zehn Tausende Kurden ermordet wurden.
Der Islam ist die Religion der Araber, Türken und Perser. Sie haben im Namen des Islam Länder erobert und ausgeraubt. Der frühere türkische Minister Namik Kemal Zeybek sagte vor zwei Wochen: "Unser Prophet Mohammed war ein Türke." Zu diesem Bild passen die Kurden überhaupt nicht.
Es ist paradox, dass die Länder, die dem islamischen Terrorismus den Krieg erklärt haben, die Kurden nicht unterstützen. Obwohl die Kurden sich für eine Unabhängigkeit in Kurdistan (Nord-Irak) eindeutig stark gemacht haben. Die Türkei versucht jeden Tag mit ihrer Drohung nach Kirkuk und Mossul einzumarschieren, die geographische Einheit der Kurden zu zerstören und die Ölstadt Kirkuk den Kurden nicht zu überlassen, damit sie immer Herr über von ihren Bodenschätzen fern gehaltenen Kurden bleiben können.
Die Kurden sind von barbarischen Nachbartstaaten umzingelt. Um mit ihnen Geschäfte zu machen, opfert man die Kurden. Aber wie soll die Demokratie in die Region kommen, wenn man den Kurden das Selbstbestimmungsrecht aberkennt? Die Kurden werden niemals die alten Strukturen anerkennen. Juden wurden Tausende Jahre lang verfolgt, sie wissen am besten was Völkermord ist. Um ein "zweites Israel" zu gründen, sind die Kurden auf die Hilfe Israels angewiesen.


P.S.: GEW fordert Rehabilitierung Haydar Isiks und Anerkennung der Rechte der Kurden, Resolution des GEW-Gewerkschaftstags 2009

"Der kurdische Schriftsteller und langjährige Lehrer an einer Münchner Realschule Haydar Isik (71), seit 1984 deutscher Staatsbürger und seit 30 Jahren aktives Mitglied der GEW Oberbayern, wird wegen seines unbeirrbaren Engagements für die Rechte der Kurden vom bayerischen Staatsschutz und vom türkischen Staat verfolgt. Haydar Isik setzt sich für die kulturelle Autonomie der Kurden in der Türkei ein; er klagt brutale Gewalt der türkischen Armee gegen Kurden an und informiert in seinen Romanen und in vielen Aufsätzen über das öffentlich noch wenig beachtete Massaker an zehntausenden Kurden in Dersim (türk. Tunceli) 1937/38." etc.


Kurden fordern Friedenskonvoi

Mit Steinen gegen Panzer - kennen wir das nicht?
Was sagen unsere Kopfbilder?

Doch nein, das sind keine palästinensischen Kinder,die gegen Israelis kämpfen, sondern kurdische Kinder, die sich gegen die türkische Besatzung wehren


In Kurdistan gehen die Angriffe und Überfälle der iranischen und türkischen Armee auf Zivilbevölkerung und Widerstandskämpfer unvermindert weiter.

Kurdische Stimmen schlagen nun die Organisierung eines Friedenskonvoi (ganz ohne Eisenstangen) in die kurdischen Berge vor, oder gleich ins Flüchtlingscamp Maxmur, voll mit Hilfsgütern für die dortigen Bevölkerung. Eine Angelegeneit, die der Friedenspartner Recep Tayyp Erdogan unverzüglich mit Hilfe von COBRA Hubschraubern beantworten dürfte.

Wer macht mit ! Are you ready?

So, here's my idea...

Since the Kurds--excuse me, Mountain Turks--in Turkey mostly live in the southeastern region, a flotilla won't do much good.

Thus, we need to form a huge caravan of multinational anti-Turkish protestors and flood the Kurdish areas of Turkey by way of northern Iraq. After getting there and gaining the world's attention, we will do all in our power to expose the plight of those fifteen million alleged Mountain Turks as best as possible to shame the Turks.

Are you ready? Who will be first to join me? Sounds crazy, right? Suicidal crazy...indeed.

The same Turks who simply expect Jews to allow ships to come in unchecked to supply Arab enemies sworn to kill them have already invaded and attacked northern Iraq repeatedly because of the fear that new freedoms gained by Iraqi Kurds might spread among those Mountain Turks as well. Indeed, they have threatened to seize Iraqi land if the Kurds in Iraq move to full independence. Keep in mind that much of Iraq's oil sits in the predominantly Kurdish north.

The PKK (born of Kurdish subjugation)Turkey fights is certainly no worse than what Israel faces with Hamas--or, for that matter, Mahmoud Abbas's latter day Arafatian Fatah either. Fatah is relatively quiet these days for, in its own words, Trojan Horse reasons. Furthermore, it pays real well to be "moderate"-- billions of dollars so far. And while the PKK fights for basic Kurdish human and political rights, it does not seek the destruction of Turkey.

On the other hand, Hamas and Fatah both seek the destruction of Israel--regardless of who's doing the whitewashing. Check out both of their websites, books, radio broadcasts, maps, and such if you doubt this.

Gaza, used as an invasion route to attack Jews in Israel since the days of the Pharaohs, would have never been set loose if the players were Turks and Kurds instead. The thanks the Jews got for doing this was increased terror closer to home. As I have said before, to such an enemy, Israel owes nothing except exponential payback.

Alright, I'll end this for now by asking just one thing of you folks...

When you next think about what Israel has been forced to face regarding that flotilla off of Gaza, think also about that caravan that would never ever be allowed to promote the cause of a truly stateless people.

http://q4j-middle-east.com

http://kurdmedia.com/article.aspx?id=16344

Und hier noch ein Kommentar vom wadinet.blog

Keine Freunde gemacht

Der Nahe Osten ist eine seltsame Gegend. Vor noch 15 Jahren gefiel sich die PKK in antisemitischen Erklärungen, die Türkei galt als enger Verbündeter Israels. Heute ist es umgekehrt: Selbst in Türkisch-Kurdistan beginnt man zu begreifen, dass Israel nicht der Feind ist (Und die AKP nahe Zaman stelltVerschwörungstheorien ganz neuer Provinienz auf und unkt von einem Bündnis der PKK mit Israel):

Whenever Israel attempts to counteract to an external threat in self-defense, Turkey seeks to turn it into an international fiasco and manipulate it to its perk. Today, in Ankara and other major cities in Turkey, thousands of Turks took advantage of the flotilla crisis and used it as a pretext to pour into streets. They chanted anti-western slogans and burned Israel flag in protest to the raid. Anti-Semitism and prejudice, threats and attacks against innocents Jews, Christians and Kurdish ethnic citizens is soaring to unprecedented level. None of which is feasible without prior green light from the state.

Ais Irakisch-Kurdistan berichten Bekannte, dass die Mehrheit der Menschen die ganze Gaza-Flotillen Geschichte als einen Propagandacoup der Türkei und der Hamas betrachtet, beide sind im Nordirak bekanntermaßen alles andere als beliebt. Mit israel habe man dagegen, hört man immer wieder, keinerlei Probleme. Im Gegenteil.

Und auch im Iran werden sich die Kurden sehr genau ansehen, wie Ahmedinejad und Erdogan sich zu den großen Fürsprechern der Palästinenser aufwerfen.

Freitag, 4. Juni 2010

Märtyrer an Bord

Wer sich als Passagier auf ein Aktivisten-Schiff begibt, sollte sich besser vorher informieren, wer die Organisatoren der Reise sind. Dies sei auch den Medien angeraten.VON DORIS AKRAP

Die Mava MarmaraFoto: reuters

Friedensaktivisten, Menschenrechtsaktivisten, Solidaritätsaktivisten, türkische Aktivisten - all diese gab es ganz sicher auf der "Mavi Marmara", dem Schiff, das von israelischem Militär gestürmt wurde. Doch die Bezeichnung Aktivist ist weder geschützt noch ein verbrieftes Qualitätssiegel.

Wer sich also freiwillig als Passagier auf ein Aktivisten-Schiff eincheckt, sollte sich vorher ausreichend darüber informieren, wer die Organisatoren und Aktivisten der "Solidaritätsflotte" sind. Und genauso sollte jeder Journalist, der über die Ereignisse berichtet, versuchen, sich ein klares Bild von der Sorte Aktivisten zu machen, über die er oder sie als "Opfer" berichtet.

Lange vor dem Auslaufen der "Mavi Marmara" gab es genügend Material - sowohl über die türkische als auch über die deutsche Internationale Humanitäre Hilfsorganisation (IHH), das zumindest hätte misstrauisch machen sollen. Bereits vor einigen Jahren hatten deutsche Staatsanwälte der IHH vorgeworfen, Spendengelder nicht zu humanitären Zwecken, sondern zum Kauf von Waffen für Glaubensbrüder in Bosnien und Tschetschenien zu verwenden.

Vor einem Jahr war Bülent Yildirim, Vorstand der IHH, auf einer Veranstaltung in Gaza, wo er bekannte: "Vor drei, vier Jahren noch hat man die Hamas als terroristische Organisation bezeichnet. Heute nennen wir Israel, die USA und Großbritannien die Terroristen." Bei der Einweihung der Solidaritätsflotte, so berichteten israelische Medien vorab, seien Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi, Mitglieder der Hamas, und Hamam Said, ein Führer der Muslimbrüder aus Jordanien zugegen gewesen.

Die Offenheit, mit der die IHH gestern zugestand, dass sie das Risiko der vollen Eskalation eingehen will: "Wir machen weiter, bis das Embargo aufgehoben ist", und dass sie sich nicht nur mit "zweieinhalb Holzstangen" (Norman Paech, außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion), sondern mit Eisenstangen verteidigt hätten, lässt nun einige doch an den rein humanitären und friedlichen Zwecken der Organisation zweifeln.

Ausgerechnet Norman Paech wurde im Studio der ARD-"Tagesthemen" am Montag als neutraler Beobachter der Ereignisse auf dem Schiff interviewt. Wer allerdings an der Echtheit des Videos der israelischen Armee zweifelte, auf dem zu sehen ist, wie die israelischen Soldaten mit Eisenstangen zusammengeschlagen werden, hätte auch den Aussagen eines Norman Paech misstrauen müssen.

Denn Paech ist kein objektiver Beobachter, wenn es um Israel geht. Er vergleicht seit Jahren das Vorgehen des israelischen Militärs mit Nazimethoden, empfiehlt die Hamas als Dialogpartner und lässt offen, ob das Widerstandsrecht der Palästinenser gegen die israelische Besatzung auch eine Grenze hat. Es waren nicht israelische, sondern türkische Medien (Vatan und Milliyet), die am Mittwoch darüber berichteten, dass mindestens 40 der Aktivisten auf der "Mavi Marmara" gewaltbereit gewesen seien und drei der Toten vor ihrer Abreise gegenüber Freunden und Verwandten gesagt hätten, dass sie auf diesem Trip als "Märtyrer" sterben wollen. Es ist schon interessant, dass die Journalisten in dem Land, aus dem die Toten stammen und in dem es bislang zu den heftigsten antiisraelischen Demonstrationen nach dem Vorfall kam, die Hintergründe der Toten trotzdem offen recherchieren und publizieren. Während hierzulande drei Mitglieder der Linkspartei, die ebenfalls auf dem Schiff waren und die aus ihrer Sympathie für den Widerstand gegen Israel keinen Hehl machen, als objektive Zeugen für die friedlichen Absichten der "Freiheits-Flottille" gehandelt werden.

Quelle: taz

Wie brandgefährlich die Situation jetzt ist, sieht man an der Reaktion Erdogans. Stephan Kramer vom ZdJ schreibt:

"Nach den düsteren Drohungen aus Ankara schließen Experten nicht einmal aus, dass die türkische Regierung der nächsten „Gasa-Friedensfahrt“ militärisches Geleit geben wird. Damit aber wäre ein militärischer Zusammenstoß zwischen den beiden stärksten – und bisher verbündeten – Armeen des östlichen Mittelmeeres zu befürchten. Man kann die Betroffenen und die Völkerfamilie nur bitten, alles zu tun, damit dieses Szenario im Reich der Spekulation bleibt. Wer aber Öl ins Feuer gießt, kann eine unvorstellbare Explosion an einem der neuralgischsten Punkte des Planeten ernten."

http://www.hagalil.com/archiv/2010/06/03/dschihadisten/


CNN-IBN (Indien):

“Ankara warned that further supply vessels will be sent to Gaza, escorted by the Turkish Navy, a development with unpredictable consequences.“

Übersetzt: Ankara warnte dass weitere Versorgungsschiffe nach Gasa entsandt werden, eskortiert von der tuerkischen Marine . Eine Entwicklung mit unvorhersehbaren Folgen.

Auch die Iraner schreiben es hier: http://www.iranian.com/main/news/2010/05/31/turkey-vows-send-more-gaza-supply-ships-w-turkish-navy

Gibt es noch Vernunft? Es darf auf keine Fall zu noch mehr Gewalt kommen! Da wird mir Angst und Bange. Dieser Einsatz der IDF war selbstverständlich völlig überzogen, unverantwortlich und nicht akzeptabel. Meiner Meinung nach gehören die verantwortlichen Militärs und Politiker a; vor ein Kriegsgericht und b; vor ein Zivilgericht. Da haben sich wieder einmal Dummheit, Ignoranz und Fanatismus die Hände gereicht, auf Seiten Israels haben Geheimdienst und Einsatzleitung versagt. Wie Gysi schon gesagt hat: „Ohne im Einzelnen beurteilen zu können, was bei der Besetzung geschah, ist es niemals und durch nichts zu rechtfertigen und deshalb verbrecherisch, dass einseitig das Feuer eröffnet wird und friedliche Menschen getötet oder verletzt werden.“