" Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt /
Und läßt andere kämpfen für seine Sache /
Der muß sich vorsehen; denn /
Wer den Kampf nicht geteilt hat /
Der wird teilen die Niederlage. /
Nicht einmal den Kampf vermeidet /
Wer den Kampf vermeiden will; denn /
Es wird kämpfen für die Sache des Feinds /
Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."

"Man muß so radikal sein wie die Wirklichkeit."
Bertolt Brecht




Sonntag, 31. Juli 2011

Wutbürger

 Anders Behring Breivik, Kreuzritter, Islamgegner und Israelfreund

Chris Sedlmair, KV DIE LINKE.Dachau
Israelkritiker und Islamfreund
Israelkritiker und Islamfreunde mit zukünftigem Märtyrer
Meinungsfreiheit
zukünftiger Israelkritiker und "sozialer Verbündeter"

Samstag, 30. Juli 2011

"... a considerable Jewish problem"

VON THOMAS VON DER OSTEN-SACKEN



Dass einige Antisemiten von sich behaupten, den Zionismus zu unterstützen, ist keineswegs neu. Schon in den 20er Jahren gab es unter Völkischen und Nazis  eine Strömung, die offen mit der zionistischen Bewegung sympathisierte: Man habe ein Judenproblem, wenn sie sich zu assimilieren versuchten, eine Staatsgründung in Palästina dagegen könne durchaus eine Lösung sein. Schließlich waren auch nicht alle Nazis erklärte Befürworter der Endlösung, bis Ende der 30er Jahre kursierten noch immer Pläne für eine Deportation der Juden etwa nach Madagaskar. Einig dagegen waren sich alle, dass die Assimilation auf jeden Fall rückgängig gemacht werden müsse, zerstörten und zersetzen die Juden doch Gesellschaft und Staat.
Dass sie Unterstützung ausgerechnet von Antisemiten erhielten ist eine der Tragödien des Zionismus, dessen Gründungsväter schließlich früh erkannt hatten, dass Antisemitismus nicht mit der Moderne verschwinde, sondern sich lediglich transformiere und sogar bösartiger werde. Sie hielten den Judenhass für eine Invariante, der einzig mit Schaffung einer „nationalen Heimstätte“ zu begegnen sei. Glaubten einige damals noch mit solch nationaler Normalisierung könne man auch die Wurzeln des Antisemitismus bekämpfen, setzten die Pessimisten (die leider zugleich die Realisten waren) auf  Eigenstaatlichkeit, die eben Souveränität und damit auch die Möglichkeit bewaffneter Verteidigung einschloss. Über die Jahre hinweg gab es immer eine Fraktion der europäischen Antisemiten, die das zionistische Projekt durchaus mit gewissen Sympathien begleitete und dabei weiter das Problem der assimilierten Juden thematisierte, die doch besser nach Israel auswandern sollten. Denn die Juden waren es in ihren Augen, die in Psychoanalyse, Sexualwissenschaft, Ökonomie und Philosophie dominierten und mit ihren revolutionären und zersetzenden Schriften das Abendland schwächten und zerstörten.
Mit ungebrochenem Hass denunzierten sie dagegen vor allem die USA, in denen angeblich jüdische Finanziers die Weltherrschaft anstrebten, überhaupt sei Amerika ein Land der Rassenvermischung und sexuellen Freizügigkeit, dominiert von Konsumismus und Oberflächlichkeit.
Neu ist dagegen seit einiger Zeit, dass europäische Rechtsparteien Israel als vermeintlichen Alliierten im Kampf gegen die islamische Bedrohung entdecken und den jüdischen Staat ins Abendland eingemeinden wollen (Abendland wohlgemerkt immer als Kampfbegriff nicht nur gegen den Islam, sondern auch den als Sinnbild angloamerikanischer Dominanz abgelehnten Begriff des Westens). Entsprechend liest sich auch die sog. Jerusalemer Erklärung von Schwedenpartei, FPÄ et. al..
In dieser Tradition steht der Massenmörder Andreas Breitvik, der in seinem Manifest allerdings nicht, wie die Autoren der Jerusalemer Erklärung, allen Israelis ein “Recht auf Heimat” zugesteht, sondern nur nationalistische Israelis voll und ganz unterstützt und am liebsten heute alle arabischen Israelis deportieren würde, zugleich den USA aber ein echtes Judenproblem attestiert:
(Warum es in Westeuropa mit Ausnahme von Frankreich und England keinJudenproblem gibt, verschweigt er an dieser Stelle vorsichtshalber, ohne Auschwitz jedenfalls gäbe es auch hier ein “considerable Jewish problem")
There is no Jewish problem in Western Europe (with the exception of the UK and France) as we only have 1 million in Western Europe, whereas 800 000 out of these 1 million live in France and the UK. The US on the other hand, with more than 6 million Jews (600% more than Europe) actually has a considerable Jewish problem.
Breitvik teilt, wie alle anderen Antisemiten auch, die Welt in gute und böse Juden ein. Böse sind, wie könnte es anders sein, die assimilierten Juden, oder in seinen Worten die Marxisten/ Multikulturalisten, die ebenso in Europa, den USA wie auch in Israel selbst leben:
Were the majority of the German and European Jews disloyal? Yes, at least the so called liberal Jews, similar to the liberal Jews today that oppose nationalism/Zionism and support multiculturalism. Jews that support multiculturalism today are as much of a threat to Israel and Zionism (Israeli nationalism) as they are to us. So let us fight together with Israel, with our Zionist brothers against all anti-Zionists, against all cultural Marxists/multiculturalists….So, are the current Jews in Europe and US disloyal? The multiculturalist (nation-wrecking) Jews ARE, while the conservative Jews ARE NOT.  Aprox. 75% of European/US Jews support multiculturalism while aprox. 50% of Israeli Jews does the same. This shows very clearly that we must embrace the remaining loyal Jews as brothers rather than repeating the mistake of the NSDAP. Whenever I discuss the Middle East issue with a national socialist he presents the anti-Israeli and pro-Palestine argument. He always seem unaware of the fact that his propaganda is hurting Israeli nationalists (who want to deport the Muslims from Israel) and that he is in fact helping the Israeli cultural Marxists/multiculturalists with his argumentation.
Breitvik erfindet den israelischen Nationalisten, der, wie er selbst zugibt, eine Minderheit ausmacht, um ihn im Kampf gegen Muslime und Marxisten zu unterstützen. Alle anderen Juden aber müssen (wie die entsprechenden Nichtjuden auch), so sie Marxisten sind, exekutiert werden, oder gehören, fallen sie unter die Definition liberale Multikulturalisten, ghettoisiert. Da gibt es leider keine Ausnahmen.
Wer so nach der Loyalität von Juden fragt und im selben Atemzug zum Kampf gegen Liberale und Marxisten aufruftsteht in der schrecklichsten Tradition des deutsch-europäischen Antisemitismus. Ihn einen Freund Israels zu nennen oder gar als pro-zionistisch zu bezeichnen, kann nur, wer entweder über keinerlei Begriff von Antisemitismus verfügt oder aber übelste Demagogie betreiben will.

Freitag, 29. Juli 2011

Der Islamneid des Anders B.

"In Wirklichkeit verhält es sich so, dass der Adorno wegen seiner „Studien zum autoritären Charakter” hassende Breivik als Prototyp eines solchen den Islam zutiefst beneidet, weil der Islam eine gesellschaftliche Hierarchie, strenge Regeln und religiöse Werte im Einklang mit seinem kulturellen Erbe bietet, also all das, was Breivik  in der europäischen Gesellschaft so schmerzlich vermisst. Breiviks Islamhass und sein wahnhafter Kampf gegen ihm übermächtig scheinende Gegner, gegen die nur ein Wunder helfe, erscheint als Ausdruck eines Gefühls der eigenen Ziel- und Wertlosigkeit. Letztendlich will er im Kampf gegen den Islam selbst in einer Gemeinschaft aufgehen, die der der Djihadisten ähnelt: Zum Letzten entschlossen, skrupellos, gewalttätig und im festen Glauben an die Überlegenheit der eigenen Überzeugungen."
Quelle: http://abgwb.wordpress.com/2011/07/27/der-islamneid-des-anders-b/

Paranoia mit Parallelen


"Zunächst wäre zu fragen, was die Ankläger mit dem Begriff ‚Islamkritik’ eigentlich meinen. Diese Kampfvokabel schüttet den diametralen Gegensatz zwischen neonazistischen und rechtsnationalistischen Islamfeinden einerseits und andererseits aufklärerischen Säkularisten zu, die in den totalitären Zügen des politischen Islam eine akute Gefahr für die freiheitlichen Errungenschaften der offenen, pluralistischen Gesellschaft sehen. Während erstere Muslime als solche hassen, weil sie einem ‚fremden’ Glauben angehören beziehungsweise einem ‚fremden Kulturkreis’ entstammen, und von ihrer Deportation aus einem nunmehr wieder ‚artreinen’ Vaterland träumen, verteidigt die zweite Gruppe nicht zuletzt die Muslime selbst gegen autoritäre Strukturen in den islamischen Gemeinden, die den muslimischen Bürgern ihre Chancen auf Teilhabe an den Möglichkeiten der freien Gesellschaft beschneiden.“


Quelle: http://lizaswelt.net/2011/07/28/paranoia-mit-parellelen/


Norwegens Botschafter in Israel erklärt Terror


JERUSALEM (JTA) -- Norway's ambassador to Israel drew distinctions between the Oslo and Utoya massacres and Palestinian terrorism.

Svein Sevje said in an Israeli newspaper interview Tuesday that while the Norwergian bomb and gun rampages that killed 76 people and Palestinian attacks should both be considered morally unacceptable, he wanted to "outline the similarity and the difference in the two cases."
Palestinians, the ambassador told Maariv, "are doing this because of a defined goal that is related to the Israeli occupation. There are elements of revenge against Israel and hatred of Israel. To this you can add the religious element to their actions."

"In the case of the terror attack in Norway, the murderer had an ideology that says that Norway, particularly the Labor Party, is forgoing Norwegian culture," Sevje said, referring to suspect Anders Breivik, a Christian nativist who is opently anti-Islam and anti-immigration.

Unlike European Union states, Norway has engaged Hamas and often been fiercely critical of Israel, to Jerusalem's dismay.
While Sevje voiced sympathy for Israeli terror victims, having experienced "the inferno" of such attacks during his posting, he saw little chance of Norway reviewing its Middle East policies. "We Norwegians consider the occupation to be the cause of the terror against Israel," he said. "Those who believe this will not change their mind because of the attack in Oslo."

He added, "Can Israel and the Palestinians solve the problems without Hamas? I don't think so." Quelle:
http://www.jta.org/news/articl​e/2011/07/26/3088704/envoy-com​pares-terror-in-israel-norway

Mittwoch, 27. Juli 2011

Linke Islamkritik fehlt

Was sich immer bitterer bemerkbar macht, ist das weitgehende Fehlen linker Islamkritik und Nationalismuskritik, wenn es MigrantInnen angeht. Den “stolzen Deutschen” kann und darf man nicht mit “stolzen Türken” bekämpfen.


Der Rechtspopulismus (mit seiner Islamkritik und teilweisen Aufnahme antimuslimischen Rassismus) konnte sich nur so weit entwickeln, weil die linke Religionskritik sich in Papstbashing erschöpft. Papstkritik bekommt man von linker Seite im Dutzend billiger, aber hat man was von Mullahkritik oder Ayatollahkritik gehört? Stattdessen wird das “Recht auf Burka” verteidigt.

Viele islamische Strömungen unterscheiden sich aber weder im Dogmatismus, noch im der totalitären Wahrheitsanspruch oder Hompphobie und Frauenfeindlichkeit von der Catholica. Islam bedeutet nicht “Frieden”, sondern “Unterwerfung”.

Erschütternd ist es zu sehen, wenn Linke dann islamkritische MigrantInnen attackieren, wenn sie als “Euterclique Broders” bezeichnet werden. Mina Ahadi ist immerhin die Vorsitzende der exilkommunistischen Partei! Ich beobachte mit Entsetzen, dass durch dieses Verhalten die progressiven, emanzipatorischen MigrantInnen quasi in die Arme der FREIHEIT getrieben werden.

"Leider haben die angeblich linken progressiven und intellektuellen Organisationen entweder gegenüber dem Auftritt des Islamofaschist Pierre Vogel in Hamburg geschwiegen oder sie haben sich gegen die rechts-bürgerliche Partei „Die Freiheit“ , die zur einen Gegendemonstration aufgerufen hatte, gestellt. Die letztere Gruppe hat es wichtiger gefunden die ca. 60 Gegendemonstranten als ‚den Feind‘ und ‚Rassist‘ zu benennen und zu beschimpfen anstatt sich gegen die reaktionäre und faschistische Bewegung des politischen Islams, deren Vertreter mit 500 Anhängern ein paar Meter entfernt von Ihnen gestanden hat, zu stellen. Das ist nicht nur sehr bedauerlich und traurig, sondern es ist auch sehr ärgerlich." Quelle: Zentralrat der exMuslime


Das bei Gegendemos gegen Pierre Vogel nun FREIHEIT-Leute ExiliranerInnen und exMuslimInnen vor Attacken der SalafistInnen schützen müssen, zeigt das Versagen linken Antinationalismus und linker Religionskritik ebenso deutlich, wie es den Aufstieg der RechtspopulistInnen erklärt.

Montag, 25. Juli 2011

Oslo

Gerade dieser Terroranschlag muss die Gefährlichkeit rechtsextremistischen und nationalistischen Rassimus
in die Öffentlichkeit bringen. Nicht nur Linke und Ausländer sind bedroht, sondern die ganze Gesellschaft. Erinnert sei an die Anschläge auf das Oktoberfest in München durch die Wehrsportgruppe Hoffmann, an den Mord an Shlomo Levin und Frieda Poeschke in Erlangen, an den Anschlag auf den Hauptbahnhof in Bologna 1980 (85 Tote) durch italienische Neofaschisten sowie an die Morde an amerikanischen Abtreibungsärzten durch fundamentalchristliche sogenannte "Lebensschützer".
Dieser Anschlag ist trotzdem ein Paradigmenwechsel. Erstmals wird vom "Kreuzritter" nicht der vermeintliche Gegner "Islam" angegriffen, sondern sein Wegbereiter im Lande. Dem Attentäter wäre es ein leichtes gewesen, eine große Moschee wegzubomben oder auch Dutzende Muslime mit den Automatikwaffen zu töten.

Offenbar hat er ganz bewußt darauf verzichtet (wegen der zu erwartenden öffentlichen Sympathiewelle?) und hat stattdessen den "Staat" in Gestalt des Regierungsgebäudes sowie die Nachwuchselite der aus seiner Sicht "Kollaborateure" angegriffen.

 Ein ähnliche Denkmuster ("Regierung bedroht Freiheit") zeigte auch der Oklahomabomber Timothy McVeigh (168 Tote). Auch er kam aus einer christlich-nationalistischen Bewegung. Auch McVeigh sympathisierte mit rechtsextremistischen Organisationen, gehörte aber keiner von ihnen an. Beim Tummelplatz der deutschen Rechtsextremisten, dem Blog Altermedia, wird der Anschlag halb gerechtfertigt ("Überfremdung"), halb wird Israel dafür verantwortlich gemacht.

Dabei zeigt sich, dass diese ganzen Einschränkungen der Bürgerrechte im angeblichen Kampf gegen den Terror nutzlos sind, und der Ausbau der staatlichen Überwachung ebenso überflüssig wie schädlich ist.

Hiingewiesen sei noch auf die Liste von Todesopfern rechtsextremer Gewalt in Deutschland

Freitag, 22. Juli 2011

Islamophobie- Kampfbegriff gegen Islamkritik?

Dienstag, 13. September · 19:00 - 22:00

Freizeitzentrum Frankenhof
Südliche Stadtmauerstr. 35
Erlangen
91054

Beginn 19 Uhr im Raum 20

Referent: Klaus Blees;
Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar
http://www.a3wsaar.de/


Schwere Zeiten für Kritiker des politischen Islam. Wer Zwangsheirat und
Kopftuchzwang in muslimischen Familien ablehnt, sieht sich gerne dem
Vorwurf der „Islamophobie“ und des „antimuslimischen Rassismus“
ausgesetzt.

In dem Vortrag geht es um Fragen wie:
Warum wird einerseits säkulare, emanzipatorische Kritik an islamisch
begründeten Unterdrückungsstrukturen und Menschenrechtsverletzungen
tabuisiert und auf der anderen Seite der Blick auf ordinären Rassismus und
ordinäre Fremdenfeindlichkeit, die sich auch, aber nicht nur gegen Muslimerichten, durch deren Umdefinition zum "antimuslimischen Rassismus"
vernebelt?

Ist der Islam mit der Aufklärung – zum Beispiel den individuellen Freiheitsrechten – vereinbar?
Gibt es einen eigenständigen islamischen Antisemitismus?

In der anschließenden Diskussion soll der Unterschied zwischen linker,
aufgeklärter Islamkritik und rechtspopulistischer Moslemfeindschaft näher
beleuchtet und überlegt werden, wie den massiver werdenden Versuchen,
Kritiker mundtot zu machen, begegnet werden kann. Thematisiert wird auch
die oft unterschlagene Tatsache, dass der Islam in der äußersten Rechten
mehr Freunde als Feinde hat.

Der Referent arbeitet mit im Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt
Saar. Dort werden Know-how gebündelt, Veranstaltungen organisiert,
Initiativen vernetzt und Expertisen veröffentlicht wie zum Beispiel die
vierseitige Flugschrift "Bye bye Multikulti – es lebe Multikulti" (Auflage:
100.000)

Er schreibt u.a. in der „Konkret“,der „Jungle World“ und in der
Quartalszeitschrift "Materialien und Informationen zur Zeit" (MIZ) aus dem
Alibri-Verlag. MIZ ist seit über 30 Jahren das politische Magazin für
Konfessionslose und AtheistInnen, FreidenkerInnen, HumanistInnen und
SkeptikerInnen, Ungläubige aller Art.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projektes „Islamismus zurückdrängen – Menschenrechte wahren“. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert.


Veranstalterinnen:

Aktion 3.Welt Saar,
http://www.a3wsaar.de/

Haskala Bayern,
http://haskala-bayern.blog​spot.com/

Linksjugend ´solid Bayern (Landesarbeitskreis Shalom)
http://shalom-bayern.blogs​pot.com/

Dienstag, 19. Juli 2011

Die Utopie leben! Vivir la utopía! Der Anarchismus in Spanien.

Vor 75 Jah­ren im Juli 1936 be­gann der Spa­ni­sche Bür­ger­krieg (Bro­schü­re der ALB). Drei Jahre hat­ten An­ar­chis­ten, So­zia­lis­ten und Kom­mu­nis­ten ver­geb­lich ver­sucht, die II. Spa­ni­sche Re­pu­blik gegen den fa­schis­ti­schen Putsch des Ge­ne­ral Fran­co zu ver­tei­di­gen. Zehn­tau­sen­de Frei­wil­li­ge der In­ter­na­tio­na­len Bri­ga­den zog es zwi­schen 1936 und 1939 nach Spa­ni­en um dem Fa­schis­mus mit der Waffe in der Hand zu be­geg­nen.

Ein eindrucksvoller Film über die Entwicklung der spanischen anarchistischen Bewegung bis zum Höhepunkt des Kampfes gegen den Faschismus und für die Soziale Revolution 1936 bis 1939. Historische Bilder und Filmaufnahmen lösen sich ab mit bewegenden Interviews mit 30 alten anarchistischen KämpferInnen für Freiheit, Gleichheit und menschliche Würde.

Freitag, 15. Juli 2011

Thilo Sarrazin ist in Kreuzberg nicht willkommen

Ein nachdenklichmachender Artikel von Güner Balci:  

"Zum Schluss stimmt der Chor der Empörten ein zu einem „Sarrazin muss weg aus Kreuzberg“, wird immer lauter und immer schneller und ich spüre bei den Brüllenden die Dankbarkeit für ein Gefühl, das sich am besten leben lässt, wenn es einen Bösewicht gibt: Wir sind die Guten und wir halten zusammen, wenn es sein muss, auch mit unseren schwarzen Schafen – gegen die Anderen."


Meine Meinung:

Sarrazin ist, wenn möglicherweise auch kein Rassist, zumindest doch jemand, der Menschen der kompletten Verwertung des "Marktes" unterwirft. Wer keinen "Wert" als "Ware" (Arbeitskraft) hat, der ist für ihn wohl auch ohne "Nutzen" für die Gesellschaft. Damit verkennt er, dass Menschenwürde auch OHNE! "Leistung" ein Wert an sich ist.

Tahrir-Platz in Kairo, inschallah!

v.l.n.r. Assad, Gaddafi,?,?, Mubarak

Samstag, 9. Juli 2011

Veranstaltungsbericht zu Stephan Grigat

"Das iranische Regime, der arabische Aufbruch und die Bedrohung Israels"

Auf Einladung mehrerer linker Gruppen aus Erlangen und Bayern referierte Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und Autor mehrerer Bücher vor mehr als 80
interessierten Zuhörern im großen Saal der VHS  über die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen zwischen dem Iran und anderen Staaten. In dem Vortrag wurden Charakteristika der islamischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für die Staaten im Nahen Osten, insbesondere Israel, dargestellt. Die deutsche Unterstützung für das Regime in Teheran wurde ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem war die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits ein wichtiges Thema. 

In der anschließenden Diskussion wurde die aktuelle Entwicklung wie der Panzerverkauf an Saudi-Arabien, die Rolle der Banken bei der Umgehung der UN-Sanktionen ebenso beleuchtet, wie Rolle des Siemenskonzerns bei der Ausrüstung iranischer Atomanlagen und de Lieferung von Telekommunikations-Überwachungsgeräten zur Verfolgung der iranischen Opposition. Die von Nokia Siemens Network entwickelte Technik kann Datenpakete in Sekundenbruchteilen öffnen, den Inhalt durchsuchen und weiterreichen. Diese Überwachung spielte eine wesentliche Rolle bei der blutigen Niederwerfung der iranischen Protestbewegung 2009.

Besonders erfreulich war die rege Teilnahme exiliranischer Diskutanten. Auch nach zweieinhalb Stunden waren nicht alle Fragen erschöpfend beantwortet, die Anwesenden konnten aber viele neue Informationen und Denkanstöße mitnehmen.



Hier gehts zum Veranstaltungsmitschnitt, die ersten Minuten mit der Einführung sind etwas leise, der Vortrag ist deutlich hörbar: ->>>

Mittwoch, 6. Juli 2011

Freundliche Mitbürger



Heute erreichte mich ein anonymer Brief (aber frankiert), der lediglich zwei kopierte Seiten 
aus irgendeinem Buch enthielt. 

Ein freundlicher Bürger ist offenbar der Auffassung, dass mein Disclaimer links unzureichend formuliert ist. 

Dem konnte schnell abgeholfen werden, siehe nun den neuen Disclaimer am Ende der Seite. Mit besten Dank ans Juraforum!

Freitag, 1. Juli 2011

Das kleine linke Dorf

Wo solls hingehen?
Manchmal sind Linke geneigt, die eigene Situation mit dem berühmten gallischen Dorf zu vergleichen: Ganz Gallien ist römisch-neoliberal besetzt. Ganz Gallien? Nein, eine kleine Partei leistet Widerstand…
Oder so ähnlich.
Doch schaut man sich einmal diese witzigen Bildergeschichten genau an, fällt sofort auf: Nee, es ist nicht ganz so.

Aber bleiben wir im Bild:

Der erste Unterschied, der ins Auge fällt, ist, dass dieses kleine renitente Dorf sich stets geschlossen wehrt, wenn die Neoliberalen, nein, tschuldigung, die Römer vor den Toren stehen. Da reicht ein Ruf des liebenswerten Häuptlings Majestix und alles rennt, Fäuste und Krücken schwingend, sogar den Chef über den Haufen, um die Römer Mores zu lehren. Was ihnen auch jedesmal gelingt.

Ganz anders diese Partei. Ein Aufruf von Ernstix und Gesinix hat zunächst  die Auswirkung – es geschieht nix. Dann gucken sie aus allen Höhlen: Reformix, Plattformix, Emanzipatorix, Linksnix, Ganzlinksnix, Halblinksnix, Marxisnix, Fraktionix, Habauchnix und wie sie alle heißen, diese wackeren Gallier. Nachdem sie dann bei Jungweltix angerufen haben, damit der durch sein Sprechrohr verbreiten kann: Was Ernstix und Gesinix verkünden, sei nix, kommen sie nach und nach auf den Dorfplatz. Dort beginnt dann rasch eine zünftige Prügelei, jeder gegen jeden. Aus Prinzip und weil es scheinbar Spaß macht und man soviel Zeit hat.
Inzwischen überrennen die Römer das Dorf. Danach ist man stolz: Man sitzt zwar nun auf der römischen Galeere, aber im Dorf hat man den Mitbewohnern deutlich gemacht, wer Recht hat. Zur Strafe rudern die nun weiter hinten.

Manchmal ist es im Dorf aber auch ganz ruhig, weder Ernstix, noch Gesinix, auch nicht Lafontainix und Gysix lassen etwas von sich hören. Dann wiederum genügt es, dass Verleihnix seinen Fischstand öffnet und „frische Fische aus Nahost“ feilbietet. Sofort findet sich einer der Dorfbewohner ein, um lautstark vor dem Stand zu verkünden: „Der Fisch ist ja gar nicht frisch – der stinkt!“ Und schon sind sie alle da und die Prügelei beginnt.
Nun, solche Dorfkulturveranstaltungen kommen häufig vor. Sie sind aber harmlos, denn weder die Römer, noch sonst wer auf der Welt bekommt das mit. Und da das auch nicht auf der Galeere endet, werden solche Prügeleien mitunter für den Nabel der Welt gehalten. In dem kleinen Dorf.

Aber nur dort. Der Rest bleibt von Römern besetzt. Das wissen sogar die Piraten. Stellt sich abschließend nur die durchaus bange Frage: Was wäre, wenn es einen Miraculix mit einem vermeintlichen Zaubertrank gäbe?

Quelle: Freitag