Um Moses Hess ist es still geworden, seine
Werke sind vergriffen und bestenfalls noch
antiquarisch zu erwerben. Das sah vor dreißig
Jahren noch etwas anders aus. Im Zuge der
Beschäftigung mit Marx und seinen theore-
tischen Voraussetzungen seit der Studenten-
bewegung war der Linkshegelianismus und
frühe Kommunismus und damit auch Moses
Hess wiederentdeckt worden. Seine Schriften
wurden neu aufgelegt, Arbeiten über ihn ver-
fasst und er wurde in Kompendien gewürdigt.
Dass er erneut in Vergessenheit geraten ist,
sagt viel über die heutige Marxrezeption aus.
Hess war nicht nur der erste deutsche Kommu-
nist, der wesentlich dazu beitrug, dass Marx
sich vom Linkshegelianismus loslöste, sondern
auch der Vorläufer eines sozialistischen Zionis-
mus. Das Referat will an den „Kommunisten-
rabbi“ erinnern und ihn würdigen.
Udo Winkel lebt in Nürnberg und ist Redakteur
der Theoriezeitschrift EXIT! Krise und Kritik
der Warengesellschaft.

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