Und läßt andere kämpfen für seine Sache /
Der muß sich vorsehen; denn /
Wer den Kampf nicht geteilt hat /
Der wird teilen die Niederlage. /
Nicht einmal den Kampf vermeidet /
Wer den Kampf vermeiden will; denn /
Es wird kämpfen für die Sache des Feinds /
Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."
"Man muß so radikal sein wie die Wirklichkeit."
Bertolt Brecht
Donnerstag, 26. April 2012
Dienstag, 24. April 2012
Feuer und Flamme für den Judenstaat
Von Nordafrika bis Pakistan nehmen vorzugsweise Männer daran teil und erwecken dabei den Anschein spontaner Empörung, obwohl es zur Durchführung des Rituals im Vorfeld gewisser Vorkehrungen bedarf. Nicht immer ist eine industriell gefertigte Flagge zur Hand, oft genug müssen die für das Feuer bestimmten Tuche in mehr oder weniger mühsamer Eigenarbeit hergestellt werden. Ägypter, Palästinenser, Jordanier, Libanesen, Iraner, Iraker und Pakistanis hocken also auf dem Boden und bemalen weiße Rechtecke mit Stars & Stripes beziehungsweise mit dem Davidstern. Das Ergebnis ist mitunter enttäuschend. Eine Stilkritik.

Hier kommt westliche Technik zum Einsatz, um bei der Zerstörung eines mit viel Wohlwollen als israelische Flagge zu bezeichnenden Stoffs einen halbwegs imposanten Effekt zu erzielen. Aber seien wir ehrlich: Überzeugend ist das nicht.

Diese Ägypter haben sich bei der Fertigung der Fahne eher wenig Mühe gegeben, dafür ist der Akt als solcher ein Augenschmaus für jeden Pyromanen.

Schauplatz Jordanien: Diese Herren haben sehr nachlässig gearbeitet. Die roten Streifen sind im Verhältnis zu den weißen viel zu dünn, und statt der Sterne hat man doch tatsächlich nur einige Kreuzchen (!), ja, man muss es sagen: hingerotzt wie auf den Lottoschein. Da hilft auch die Entschuldigung nichts, dass Herstellung und Verbrennung zeitlich in einem eklatanten Missverhältnis zueinander stehen, schließlich ist das beim Kochen und Essen genauso. Pfusch!

Auch hier wurde geschludert. Den Union Jack zieren lächerlich dünne Streifen, die wie mit Wachsmalstiften ausgemalt scheinen, und auf der US-Flagge prangen blaue Pentagramme auf weißem Grund. Geht gar nicht.

Dieser Herr verzichtet auf die kollektive Entrüstung und zieht die traditionelle Show allein durch. Nicht ganz ungefährlich, es hat durchaus schon tragische Unfälle gegeben.

An der wohl im Handel erworbenen Flagge ist nichts auszusetzen, allerdings hat sie jemand in seiner Wut auf den großen Satan verkehrt herum an der Stange befestigt. Auch wenn das Malheur vor imposanter Kulisse passiert ist: kein Drama. Schließlich wurde schon der Heilige Petrus kopfüber gekreuzigt.

In diesem Fall müssen wir jedoch schimpfen. Die Flagge Marke Eigenbau hängt komplett verkehrt herum. Offenbar hat sich niemand bemüßigt gefühlt, „Das blaue Viereck nach oben links!“ zu rufen. Jetzt haben wir den Salat.

Kommen wir zu einem wirklich desaströsen Produkt. Das star spangled banner ist komplett misslungen, das blaue Feld schließt nicht oben ab, wir sehen nur vier, deutlich zu dick geratene Streifen, und die Anzahl der Sterne beläuft sich, auch wenn ein Schuh das schamhaft zu verdecken versucht, auf gerade einmal zwölf von fünfzig. Bei der israelischen haben die pakistanischen Wutbürger die blauen Streifen, die nach arabischem Narrativ für Nil und Euphrat stehen, schlicht vergessen, und wofür die beiden mit Kreuzen bemalten Rechtecke stehen sollen, bleibt ein Mysterium. Die Schweiz? Dänemark? Das Rote Kreuz? Sämtliche Optionen wären dramatisch schlecht umgesetzt. Enttäuschend.

Wo sogar T-Shirts und Oberhemden knapp sind, bleibt auch das Rohmaterial für Flaggen Mangelware – geschenkt. Das rechtfertigt jedoch nicht die schludrige Bemalung insbesondere des US-Banners! Diese Jungs müssen noch viel lernen.

Vor der Stürmung der israelischen Botschaft in Kairo bringen sich die Demonstranten auf ihre Art in Stimmung. Blau ist out, stattdessen setzt man im Arabischen Frühling auf ein frisches Türkis. Kann man unter „künstlerische Freiheit“ verbuchen.

Nein, das ist, Entschuldigung, popelig: Unter Verzicht auf eine Stange hält man das lieblos bearbeitete Laken (die Streifen nur hauchdünne Striche, der Davidstern viel zu groß und unproportioniert) mit der Hand fest, während es angezündet wird. Das ist billig, das ist nichts. Auch der Schlappen, mit dem auf das Objekt eingeprügelt wird, kann den verheerenden Gesamteindruck nicht aufpolieren.

Diese Israelkritiker brennen ein fast kreisrundes Loch in die bewusst unperfekt gestaltete Flagge mit dem Davidstern. Auch im arabischen Raum ist also durchaus die eine oder andere Innovation möglich. Ist da vielleicht noch mehr zu erwarten?

Tatsächlich! In Jordanien hat man eine US-Flagge um ein Grautier mit vier Buchstaben sowie eine israelische Flagge mit minderwertigem Schuhwerk drapiert. Die Stimmung ist allerdings mäßig, ein Mann hält das Bild für die Nachwelt fest, drei weitere feixen, der Rest schaut indifferent drein oder wendet sich sogar ab. Offensichtlich muss sich diese interessante Variante erst durchsetzen. Kann allerdings dauern, im Orient.

Im Irak erfreut sich diese Version als Alternative zum öden Zebrastreifen großer Beliebtheit. Entspannt schlendern die Menschen über eine XXXL-Flagge Amerikas, womöglich zu einer McDonald´s-Filiale, was dem ganzen eine pikante Note gäbe. Dennoch: Das hat was!

Oha, ein Promi! In einem ansonsten eher uninspirierenden Ambiente demonstriert kein Geringerer als Mahmud al-Zahar, einer der Altvorderen der demokratisch gewählten Hamas, dass er Israels Politik für kritikwürdig hält. Allerdings sieht er von einer Verbrennung des Fußbodenbelags demonstrativ ab, was seine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft klar unterstreicht.
Herr Lüders, übernehmen Sie!
Montag, 23. April 2012
Übersetzungsfehler
Amerika kann nichts falsches - gegen uns/Iran - machen (gemeint ist Mut und Handlung)
Israel muss - in unserer Zeit auf der Erde/Welt - ausgelöscht werden (gemeint ist praktisch)
Noch Fragen?
Sonntag, 22. April 2012
Aufstand der Zuständigen

Robert Günthner setzt sich in seinem Beitrag hauptsächlich mit der wachsenden und gegen die Gewerkschaften gerichtete Aggression auseinander: die zunehmenden Störaktionen der Neonazis von Demonstrationen am 1. Mai, die „Wortergreifung“ auf Gewerkschaftstagen oder die öffentliche Diffamierung und Bedrohung von einzelnen Mitgliedern, die gegen die braunen Aktivitäten in Erscheinung treten. Günthner kündigt an: „Der DGB Bayern wird das nicht hinnehmen und dagegen vorgehen.“ Es bedürfe einen „Aufstand der Zuständigen“, so Günthner weiter, womit er in den Gewerkschaftswald hineinruft, in der Hoffnung, dass es zumindest irgendwie ähnlich hinaus schallt.
Die zweite Hälfte der 32-seiten starken Broschüre wurde von Wolfgang Veiglhuber verfasst. Der pädagogische Mitarbeiter des DGB Bildungswerks bietet seit einigen Jahren eine in ökonomie- und ideologiekritischen Kreisen geschätzte Seminarreihe (2011|2012) an. Veiglhuber zitiert aus zwei Studien von infratest dimap (1998) und der FU Berlin (2005) wonach zweitere ergeben habe, dass „gewerkschaftlich organisierte Arbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung doppelt so häufig rechtsextrem eingestellt sind wie unorganisierte Arbeiter mit demselben Bildunsgrad.“ Das gleiche Verhältnis sei bei Angestellten in Verantwortungspositionen festgestellt worden. Der Beitrag enthält einen plausiblen Punktekatalog, eine Empfehlung, wie Rechtsextremismus sowie der Denke Marke „Sarrazin und Co.“ innerhalb und außerhalb der Gewerkschaft entgegengetreten werden könnte. Es gehe unter anderem auch darum, Individualismus zu fördern.
Im Abschnitt „vom ’schaffenden‘ und ‚raffenden‘ Kapital“ breitet Veiglhuber für Kritikerinnen und Kritikern der politischen Ökonomie Bekanntes aus, Erkenntnisse, die sich aber hartnäckig nicht zu verbreiten scheinen, weswegen die Passage abschließend ungekürzt zitiert wird. Die Broschüre hebt sich in Summe positiv von vielen anderen Veröffentlichungen zum Thema ab, in denen wahlweise „Wir“, die „bunte Stadt“ – oder am Ende noch – „anständige Deutsche“ keine Nazis sind, das Problem also ausschließlich im vermeintlich gegenüberliegenden Lager vermutet und die ideologische Mitwirkung keiner Selbstreflexion unterzogen wird.
Vom „schaffenden“ und „raffenden“ Kapital
Die NPD und die Neonazis sprechen nie von Kapital (von Lohnarbeit, wie aufgezeigt, ohnehin nicht), sondern wahlweise von „Großkapital“, vom „Finanzkapital“ oder von „ökonomischer Monopolpolitik“. Weil sie den Gesamtzusammenhang von Lohnarbeit, Kapital, Mehrwert, Profit, Akkumulation, Kredit und Zins völlig außer Acht lassen, kommen sie über einen „vulgären Antikapitalismus“, der mit rationaler Kapitalismuskritik nichts zu tun hat, nicht hinaus. So gelten ihnen Unternehmen, die grenzüberschreitend agieren, als „vaterlandslose Gesellen“ und ist ihre gesamte Rhetorik in dieser Hinsicht verbunden mit antisemitischen Stereotypen. Die als negativ erachteten Seiten der Ökonomie (Kredit, Geld, Zins) werden dem angeblich weltweit agierenden Judentum zugeschrieben. Das „deutsche schaffende“ Kapital (gut!) wird dem international agierenden „raffenden jüdischen“ Kapital (schlecht!) gegenübergestellt.Die angebliche Gier und Unersättlichkeit bestimmter Menschengruppen, die Zockermentalität und andere moralisch verwerfliche menschliche Eigentschaften sollen es sein, die die Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht haben. Der Kapitalismus kommt dabei glänzend weg und wird jeglicher Kritik enthoben. Jeder wirkliche Zusammenhang wird ausgeblendet, es erfolgt nicht eine rationale Bestimmung auch nur einer einzigen ökonomischen Kategorie.Kritikern der Finanz- und Wirtschaftskrise, die mit rechtem Gedankengut nichts zu schaffen haben, sei dringend ans Herz gelegt, einmal darüber nachzudenken, warum es Nazis so leicht fällt, sich an bestimmte Bewegungen mit teiweise denselben Begrifflichkeiten anzubiedern. Es ist zu reflektieren, wie eine rationale Analyse und Kritik an ökonomischen Entwicklungen auszusehen hat, die eben nicht unabsichtlich Instinkte derjenigen mit bedient, die gesellschaftliche und ökonomische Probleme personalisieren und dabei über „Heuschrecken“ und „den Juden“ analystisch nicht hinauskommen.
Die Broschüre im PDF Format
Mittwoch, 18. April 2012
Ist Kritik am Islam und an Muslimen erlaubt? Selbstverständlich!
ein Kommentar von Uwe Lehnert
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Dienstag, 17. April 2012
Veranstaltung: Feindbild Islam?
Zwischen homogenisierenden Ressentiments und der Immunisierung des Islams vor Kritik
Referent: Floris Biskamp (Gießen) weitere Infos auf: www.jugendhaus-erlangen.de bzw: http://juz.wojo-club.de/programm-detail/events/230412.html
In weiten Teilen der Linken geht die antirassistische Position mit einem Kritikverzicht gegenüber dem Islam einher. Die islamkritische Minderheit wiederum leugnet die Existenz eines spezifisch antiislamischen Ressentiments. In dem Vortrag soll demgegenüber eine Position skizziert werden, die die real existierenden Ressentiments gegen den Islam kritisiert und ihre gesellschaftliche Verankerung analysiert, jedoch zugleich Kriterien für eine legitime Islamkritik aufzeigt. Außerdem sollen die Unterschiede des antiislamischen Ressentiments zum Antisemitismus deutlich gemacht werden.
Floris Biskamp hat in Gießen und Boston Physik und Politikwissenschaft studiert. Aktuell arbeitet er an einem Promotionsprojekt zu Kritischen Theorie, Postcolonial Studies und Debatten um antimuslimische Ressentiments in Deutschland und publizierte in Jungle World, Phase 2 und CEE IEH zum Thema.
Ort: VHS Erlangen, Friedrichstraße 19, 91054 Erlangen, Großer Saal Beginn: 19.30 Uhr Eintritt frei
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der gesellschaftskritischen Vorträge der Initiative Jugendhaus Erlangen e.V. in Kooperation mit der Volkshochschule Erlangen statt.
Samstag, 7. April 2012
Dokumente zu Grass
Donnerstag, 5. April 2012
Der lyrische Erstschlag ist geführt - und das von deutschem Boden
Und was aber auch noch gesagt werden mußVon – wiederum, allerherzlichst – Ihrem Günter Grass
Warum schwieg ich überdies, schwieg all die Jahre
Von dem anderen Land, das mein Land provozierte
Anno Neunzehnneununddreißig, bis aufs Blut.
Und dann aber als unschuldiges Opfer davonkam
Während mein Land unter einer unbarmherzigen
Siegerknute ächzte und bis heute auf den Knien rutscht?
Warum untersagte ich mir immer wieder
Jenen großen, mißverstandenen Mann zu ehren
Ohne den wir immer nur in Bus und Bahn unterwegs wären
Statt unsere Motorgefährte auch mal schön auszufahren mit
Tempo Zweihundertvierzig und Wind in unserem Haar
Beziehungsweise Schnurrbart.
Das allgemeine Verschweigen dieser Tatbestände
Empfinde ich als Lüge, gewiß irgendwie
politisch korrekt, wie es heute so sein muß
Will man nicht als Rechtsterrorist gebrandmarkt werden
Aber trotzdem als hundsgemeine Lüge.
Und so will ich von nun an stets und immerfort sagen
Was gesagt werden muß, gerade von uns Deutschen
Über den Schandvertrag von Versailles, über Olympia ’36
Über Stalin, die Kriegsschuld, die angeblichen
Sechs Millionen, mit denen "man" seit Jahrzehnten
Mitgefühl und vielviel Geld aus uns herauspreßt, ja saugt.
Über all dies will ich nicht mehr schweigen
Solange ich noch gehörig Tinte auf dem Füller hab
Und das übrigens auch im übertragenen
Sinne, meine hochverehrten Damen!
Montag, 2. April 2012
ILMÖ will Kirche in Saudi Arabien für alle Christen bauen
Die Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ will eine Kirche in Saudi Arabien für alle Christen bauen um ein Zeichen zu setzen, dass die Religionsfreiheit auch für Saudi Arabien gelten muss.
Es ist nicht einzusehen, dass Saudi Arabien den Bau von mehreren hundert Moscheen und Gebetshäusern in ganz Europa seit mehreren Jahrzehnten finanziert, den Bau von Kirchen in Saudi Arabien jedoch verbietet.
Es gibt viele orientalische und ausländische christliche Gastarbeiter in Saudi Arabien, die ihre Religiosität nicht ausüben dürfen, sodass ein großer Bedarf von Kirchen in Saudi Arabien besteht.
Die Glaubensfreiheit muss für alle Religionen gelten.
Der Islam verbietet den Bau von Gebetshäusern und Kirchen nicht.
Die Initiative Liberaler Muslime Österreich - ILMÖ verurteilt daher auf das schärfeste den Ruf des Groß Mufti von Saudi-Arabien Sheikh Abdul Aziz al-Sheikh zur Zerstörung aller Kirchen in den Golfstaaten.
Dieser Groß Mufti ist auch der Befürworter und der geistige Führer des Wahabitischen Sekten-Zentrum „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ in Wien, ohne dessen Unterstützung und Erlaubnis es dieses nicht geben könnte, da Saudi Arabien dieses finanziert.
Zahlreiche Politiker und Journalisten unterstützen dieses Sektenzentrum, obwohl die religiösen Führer in Saudi Arabien gemeinsam mit den radikalen islamistischen Führern in Europa immer wieder gegen Christen, Juden und Andersdenkende Hass schüren und dadurch die Integration der Muslime in Österreich und Europa gefährden.
Erlaubt Saudi Arabien den Bau einer Kirche nicht, zeigt dies dass diese Sekte inkompatibel mit den Menschenrechten und der europäischen Rechtsordnung ist.
Sollte dies der Fall sein, fordert die Initiative Liberaler Muslime – ILMÖ in einem solchen Fall die sofortige Auflösung des König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog in Wien.



